WDR Aktuelle Stunde: Haben wir wegen fehlender Disziplin so wenig Erfolg bei der Winter-Olympiade 2026?
Die antiautoritäre, libertäre oder extrem-humanistische Entwicklung unserer Gesellschaft ist heute offensichtlich zu weit gegangen.
Diese Entwicklung umzukehren wäre zwar richtig und notwendig, wird aber, wenn überhaupt, nur sehr schwer umzusetzen sein.
Nur eine Geistige Revolution wird dies erreichen können – sowohl kurzfristig wie auch langfristig.
Ich hatte am 17.02.26 in der Aktuellen Stunde im WDR einen kurzen Auftritt zum Thema des relativ schlechten Abschneidens der deutschen Winterolympiamannschaft. Ich möchte hier noch ein paar Gedanken hinzufügen.
Wenn man davon ausgeht, dass die Erziehung eine große Bedeutung für die Entwicklung und das Wohlergehen junger Menschen hat, dann muss diese negative Entwicklung mit der Entwicklung der Erziehungsformen in den letzten Jahrzehnten zusammenhängen und diese wurden immer weniger autoritär und immer mehr antiautoritär.
Ist Sport ist wichtiger als Erziehung, Schule und Gesellschaft?
Die abnehmende Leistungsbereitschaft und psychische Belastbarkeit (vor allem junger) Menschen in unserer Gesellschaft ist ein allgemeines Phänomen. Wie andere Interviewte auch, denke ich, dass dies heute vor allem an einer mittlerweile zu antiautoritär geprägten, unterfordernden und zu wenig strengen Erziehung liegt.
Es ist bezeichnend, dass es nur ein Sportereignis ist, das nun ein Problem wieder aktuell macht, welches in schulischem und erzieherischem Kontext wesentlich negativere Auswirkungen hat.
Der antiautoritäre Traum ist ausgeträumt, doch ein volles Erwachen scheinbar zu bitter.
Dass die Zustände in und Ergebnisse der Schulen in diesem Lande schon lange besorgniserregend schlecht sind, ist Lehrern, Eltern und Erziehern längst bekannt. Kleinere Aufschreie gibt es zwar immer zahlreicher: Auf TikTok, YouTube und Instagram mehren sich entsprechende Beiträge und auch Bernhard Bueb, Michael Winterhoff, Bernhard Krötz, meine Wenigkeit haben dies thematisiert. Ein allgemeiner, institutioneller, pädagogischer Aufschrei bleibt bisher aber peinlicherweise aus.
Die moderne Pädagogik, Psychologie und Erziehung kann, will und/oder darf das Problem nicht erkennen, da sie selbst das Problem ist. Was sie und mit ihr der ganze westliche Kulturkreis vollbringen müssten, um sich selbst als Problem und damit das Problem an sich zu erkennen, ist nicht weniger als die Anerkennung des Scheiterns eines gesamtkulturellen Traumes, von grenzenlosem Humanismus, Sozialismus, Progressivität und antiautoritärem Erziehen, Denken und Leben.
Kognitiv ist es so schwer, den angeblich richtigen Pfad der letzten Jahrzehnte verlassen müssen, weil der doch als lange als der einzig richtige galt. Etliche moderne Pädagogen haben dies immer wieder theoretisch untermauert und müssten nun einsehen, dass sie sich geirrt haben. Jede Umkehr in eine autoritärere, konservative Gegenrichtung wird und wurde dabei vollkommen dämonisiert, da sie angeblich unausweichlich zurückführt in eine Richtung, in der nicht weniger als das absolute Böse lauert: Faschismus, Krieg und Diktatur.
Die Hemmungen, das Scheitern des kollektiven extremhumanistischen Traumes anzuerkennen sind aber vor allem auch emotionaler Natur. Es fühlt sich logischerweise wesentlich besser an, wenn man selbst über sein Leben entscheiden kann und keine Aufgaben erledigen muss, zu denen man gedrängt oder gezwungen wird, obwohl man sie selbst nicht erledigen möchte. Wir alle haben uns an die Freiheit und Selbstbestimmung gewöhnt, die wir seit Lange genießen, ja, wir sind emotional abhängig von und süchtig nach diesen geworden. Ich befürchte, dass vor allem diese emotionale Hürde zu hoch ist, als das wir sie überspringen können werden, egal wie sehr wir dies kognitiv als richtig und notwendig erkennen.
Nur die Geistige Revolution ist ein realistischer Wer aus diesem Dilemma.
Was wir einsehen müssen, ist, dass das Erschaffen einer besseren, gewaltfreien, antiautoritären und freidvollen Gesellschaft und Lebensweise viel mehr bedarf, als es die Vertreter dieser Ansicht bisher realisieren. Wir sind als die Menschen, die wir bisher sind, nicht dazu fähig, selbstbestimmt vernünftig zu sein und zu leben, weder privat noch gesellschaftlich.
Dies nur zu verlangen und alle Autorität abzuschaffen, führt erstaunlicherweise nicht zum gewünschten Ziel, sondern zu seinem Gegenteil: Dass nämlich eine Gesellschaft, die dies versucht und bereits humanistischer geprägt ist als alle anderen, an diesem unausweichlich vergeblichen Versuch zugrunde geht. Was wir vor (!) der realen Umsetzung eines selbstbestimmten Lebens leisten müssen, ist, uns adäquat auf ein solches vorzubereiten. Dies wird nur möglich sein, wenn wir uns alle psychisch wesentlich weiter entwickeln werden, als dies bisher jemals geschehen ist, was nicht durch Erziehung geschehen kann, sondern nur mit der Hilfe einer weiterentwickelten Psychologie und Aktiven und Konstruktiven, totalen Psychotherapien, wie sie die Geistige Revolution propagiert und initiieren möchte.
Ich denke, dass wir, wenn überhaupt, nur dadurch mehrheitlich bereit sein werden, uns gesellschaftlich wieder gemäßigt und vernünftig in eine konservative, autoritäre Richtung zurückzuentwickeln, wenn klar ist, dass dies nur eine Vorbereitung auf ein zukünftig selbstbestimmtes Leben ist.
Bernhard Bueb: Lob der Disziplin
Michael Winterhoff: Warum unsere Kinder Tyrannen werden, oder: Die Abschaffung der Kindheit
Bernhard Krötz: YouTube: Prof. Dr. Bernhard Krötz
Meine Videos auf Youtube: Christoph Kuropka GR: Hurra, hurra, die Schule brennt